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Neuigkeiten zum Thema berufliche Weiterbildung

Neues Modell verkürzt die Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin

Die "2+2"-Erzieherausbildung soll denjenigen den Weg in den Beruf erleichtern, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur mitbringen.

Sind Erzieherinnen mit niedrigeren Schulabschlüssen, die ihren Abschluss in vier Jahren absolvieren, wirklich genauso gut wie die, die in fünf Jahren ausgebildet werden?

Den Beweis muss der Schulversuch der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liefern, der seit einem halben Jahr läuft:

650 Schülerinnen und Schüler an acht Fachoberschulen und bei drei freien Trägern sollen nach dem „2+2“-Modell staatlich geprüfte Erzieher werden können.

Die Ausbildung ist nicht nur kürzer, sondern senkt auch die Zugangshürden: Klassischerweise brauchen Anwärter auf den Erzieherberuf den MSA und eine abgeschlossene Berufsausbildung, Fachabitur oder das Abitur, um die dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher antreten zu können.

Im „2+2-Modell“ soll, wer bisher nur die Berufsbildungsreife mitbringt, während einer Ausbildung zur „Sozialpädagogischen Assistenz“ den MSA nachholen können.

Der Abschluss wurde für extra für das Modell geschaffen und fokussiert sich anders als die Sozialassistenz ausschließlich auf den pädagogischen Bereich.

Wer bei der Abschlussprüfung zur Sozialpädagogischen Assistenz einen bestimmten Notendurchschnitt erreicht, soll die darauffolgende Erzieher-Ausbildung an einer Fachschule verkürzen können, von drei auf zwei Jahre.

Der Schulversuch ist eine Antwort auf den Mangel an pädagogischen Fachkräften in Berlin.

Für den Kitaausbau werden in den nächsten Jahren jeweils zwischen 1 500 und 2 000 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich gebraucht.

Um die in den Markt zu bekommen soll das Ausbildungssystem durchlässiger werden ohne dabei die Standards abzusenken.

Genau das bezweifelt allerdings die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die das Modell am Mittwoch als „nachhaltige Dequalifizierung“ bezeichnete.

Nur bestens ausgebildete Fachkräfte dürften nach Meinung der GEW für die Förderung von Kleinkindern zuständig sein.

 

Pressemitteilung:

https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2020/pressemitteilung.902584.php

 

Bildungsstätten:

http://www.melo-berlin.de/berufsfachschule-sozialpaedagogische-assistenz/

https://www.osz-soz.de/bildungsgaenge/berufsfachschule-fuer-sozialpaedagogische-assistenz/

https://www.osz-ruth-cohn.de/berufsfachschule-fuer-sozialpaedagogische-assistenz-ein-neuer-ausbildungsgang-an-der-ruth-cohn-schule

https://www.anna-freud-osz.de/bildungsgaenge/berufsfachschule-sozialpaedagogische-assistenz-sozialassistenz/

https://www.schule-sozialwesen-pankow.de/index.php/sozpa

https://elisabeth-schulen.de/ausbildungsberufe/sozialassistenz-berlin/

https://www.meco-akademie.de/angebote/ausbildung/sozialpaedagogische-asistentin.html

https://www.pfh-berlin.de/de/sozialpaedagogische-assistenz

 

 

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