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Neuigkeiten zum Thema berufliche Weiterbildung

Hebammenausbildung ändert sich 2020

Nachdem der Bundestag bereits am 26. September 2019 eine Änderung der Hebammenausbildung zugestimmt hat, hat nun, am 8. November 2019, auch der Bundesrat zugestimmt. Somit steht der Einführung einer modernisierten Ausbildung im Jahr 2020 nichts mehr entgegen.

Deutschland ist damit der letzte EU-Mitgliedsstaat, der eine EU-Richtlinie aus dem Jahre 2013 umsetzt.

Mit der EU-Richtlinie 2013/55EU wurde 2013 explizit für die Hebammenausbildung (anders als z.B. bei der Krankenpflegeausbildung) nicht nur die Anhebung des Ausbildungsniveaus, sondern auch eine 12-jährige allgemeine Schulbildung als Zugangsvoraussetzung beschlossen. Da nach Artikel 12 Abs. 1 GG der Staat die freie Berufswahl nicht unzulässig begrenzen darf, kann diese 12-jährige Zugangsvoraussetzung somit aus verfassungsrechtlicher Perspektive nur eine akademische Ausbildung zur Konsequenz haben.

Bis zum 18. Januar 2020 muss die EU-RL 2013/55EU umgesetzt sein.

Hebammen, die nach Inkrafttreten der neuen EU Richtlinie noch eine nichtakademische Ausbildung beginnen, bleibt künftig die automatische Anerkennung ihres deutschen Abschlusses in den EU Mitgliedstaaten verwehrt.

Auch als Ausbildungsstandort für Hebammen aus unseren Nachbarländern würde Deutschland damit unattraktiv werden.

 

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