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Neuigkeiten zum Thema berufliche Weiterbildung

Die geplante Novellierung des Berufsbildungsgesetz zum 1. Januar 2020

Vor 50 Jahren, im Jahr 1969, wurde das Berufsbildungsgesetz (BBiG) verabschiedet.

Es hat seitdem die duale Berufsausbildung erfolgreich geprägt.

 

Nun soll zum 1. Januar 2020 eine Novelle des BBiG stattfinden und die berufliche Bildung an neue Entwicklungen angepasst werden.

Erstmals wird es eine Mindestvergütung für Auszubildende geben. Sie liegt ab 2020 bei 515 Euro im 1. Lehrjahr. Bis 2023 soll sie auf 620 Euro steigen.

Die Mindestvergütung drückt die Wertschätzung für die Arbeit der Auszubildenden aus erhält aber auch die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe.

Diese Einstiegsvergütung erhöht sich jeweils im zweiten, dritten und vierten Ausbildungsjahr, denn die Auszubildenden tragen immer mehr zur betrieblichen Wertschöpfung bei.

 

Mit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes werden auch international anschlussfähige Fortbildungsbezeichnungen eingeführt.

Das erhöht die Karriere- und Mobilitätschancen auf dem weltweiten Arbeitsmarkt.

Die BBiG-Novelle sieht als Abschlüsse „Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ vor, dem gegenüber stehen die Bachelor- und Masterabschlüsse der Hochschulen.

Durch die Einführung der neuen Bezeichnungen soll eine bessere Transparenz  und Vergleichbarkeit geschaffen werden.

Bei der „höherqualifizierenden“ Berufsbildung, den bisherigen „Aufstiegsfortbildungen“, wird die während einer Berufsausbildung erworbene berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Fortbildung erweitert. Diese Fortbildungen, die oft auf dem gleichen Niveau sind wie ein Studium, sind der Weg zum beruflichen Aufstieg.

Durch den Zusatz „Professional“ sind die neuen Abschlussbezeichnungen eindeutig von den Bachelor- und Master-Abschlüssen der Hochschulen zu unterscheiden.

Der Meistertitel bleibt als Abschlussbezeichnung erhalten. Der „Meister“ ist als zentraler Titel des Handwerks bereits gesondert vor missbräuchlicher Verwendung geschützt und national wie international als eigenständige Marke bekannt.

Die neue Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ kann zusätzlich geführt werden, um den bestehenden Titel zu stärken und international noch sichtbarer zu machen.

 

Geplant ist auch die Ausweiterung des Adressatenkreises einer Teilzeitberufsausbildung auf potenziell alle Auszubildenden, beispielsweise auch für lernbeeinträchtigte Menschen sowie Menschen mit Behinderungen.

 

Ein weiterer Bestandteil der Novelle soll eine verbesserte Durchlässigkeit in der beruflichen Bildung sein. So soll nach einer 2jährigen Ausbildung eine Weiterqualifizierung auch ohne doppelte Prüfungen möglich sein, da die Leistungen aufeinander aufbauender  Ausbildungsberufe anerkannt werden.

 

https://www.bmbf.de/de/50-jahre-berufsbildungsgesetz-in-deutschland-9740.html

 

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