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Neuigkeiten zum Thema berufliche Weiterbildung

Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG)

Mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), die am 01.01.2020 in Kraft treten soll, wird die duale Berufsaus- und Fortbildung in Deutschland fit und attraktiv für die Zukunft aufgestellt.

Die Neuordnung umfasst mehrere Punkte:

  1. Mindestlohn für Auszubildende.

Die Ausbildungsvergütungen können bisher je nach Beruf und Region sehr unterschiedlich ausfallen. Um eine vergleichbare Bezahlung in Deutschland zu erreichen, wird ein Mindestlohn festgesetzt.

Der Mindestlohn greift, sofern kein gültiger Tarifvertrag vorliegt. Ansonsten gilt der im Tarifvertrag vereinbarte Lohn.

2020 soll der Mindestlohn mit 515 Euro/Monat eingeführt werden bis 2023 steigt er dann bis 620 Euro/Monat.

 

  1. Höherqualifizierende Berufsbildung

Mit einheitlichen und international anschlussfähigen Abschlussbezeichnungen auf drei Fortbildungsstufen soll zweierlei gezeigt werden: Die berufliche Bildung ist eigenständig und sie ist gleichwertig zur akademischen Bildung.

Als  neue Abschlussbezeichnungen werden

  • Geprüfte/r Berufsspezialist/in
  • Bachelor Professional
  • Master Professional

 eingeführt.

Mit diesen einheitlichen Bezeichnungen soll erreicht werden, dass die Berufsausbildung verstärkt als gleichwertig zur akademischen Bildung anerkannt wird. In anderen Ländern ohne duale Ausbildung soll besser erkennbar sein, welchem Universitätsabschluss die jeweilige Ausbildung entspricht.

Bewährte anerkannte Berufsbezeichnungen wie der „Meister“ werden nicht verdrängt, sondern durch die neuen Bezeichnungen ergänzt und somit gestärkt.

Mit der Verankerung der neuen Fortbildungsstufen im BBiG werden auch die notwendigen rechtlichen Grundlagen für eine Fördererweiterung beim Aufstiegs-BAföG geschaffen.

 

  1. Berufsausbildung in Teilzeit wird zu einer echten Alternative - auch für neue Zielgruppen

Bisher war eine Teilzeitberufsausbildung in aller Regel nur etwas für Leistungsstarke, die Kinder betreuen oder einen Angehörigen pflegen, weil das Gleiche in kürzerer Zeit gelernt werden musste und man ein berechtigtes Interesse haben musste. Die Neuregelung erweitert nun den Adressatenkreis auf alle Auszubildenden. Voraussetzung ist wie bisher, dass sich Ausbildende und Auszubildende einig sind.

Zusätzlich entstehen so neue Möglichkeiten und Anreize für Menschen mit Behinderung oder lernbeeinträchtigte Personen oder Personen, die eine Ausbildung nur absolvieren können oder wollen, wenn sie diese mit einer Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung verbinden können.

  1. Bessere Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung

Die Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung soll gestärkt werden. Das geschieht etwa durch vereinfachte Voraussetzungen für die Anrechenbarkeit der Ausbildungsdauer bei „gestuften“ Ausbildungen, bei denen zweijährige Ausbildungsberufe in drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen fortgesetzt werden. Zudem soll es neue Möglichkeiten geben, Prüfungsleistungen bei aufeinander aufbauenden Ausbildungsberufen zu berücksichtigen.

 

  1. Verbesserte Die Rahmenbedingungen für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen

Die Rahmenbedingungen für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen sollen ebenso wie die Gewinnung, die Attraktivität und die Einsatzmöglichkeiten von ehrenamtlichen Prüfern und Prüferinnen durch Flexibilisierung verbessert werden. So soll der Prüfungsausschuss etwa die Abnahme von einzelnen Prüfungsleistungen an sog. Prüferdelegationen übertragen können. Außerdem kann die Zahl der notwendigen Prüfer und Prüferinnen unter bestimmten Voraussetzungen von 3 auf 2 reduziert werden. Das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung wird weiterhin vom Prüfungsausschuss festgestellt.

 

https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/

https://www.bmbf.de/de/das-berufsbildungsgesetz-bbig-2617.html

 

 

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