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Neuigkeiten zum Thema berufliche Weiterbildung

Neues Gesetz in Kraft getreten

Seit dem 01.01.2019 gilt das neue Qualifizierungschancengesetz.

Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer sollen dadurch mehr Möglichkeiten bekommen, sich weiterzubilden.

Die Bundesagentur für Arbeit soll das auf zwei Arten fördern: Durch ein vergrößertes Weiterbildungsangebot und durch mehr finanzielle Mittel, die sie Mitarbeitern in Weiterbildung zur Verfügung stellen kann.

Die Bundesagentur für Arbeit hat bisher überwiegend Weiterbildungen für Arbeitssuchende, geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer gefördert. Das wird sich mit dem nun beschlossenen Qualifizierungschancengesetz ändern, mit dem auf den Strukturwandel im Zuge der Digitalisierung reagiert wird. Künftig werden Beschäftigten – unabhängig von Ausbildung, Alter und Betriebsgröße – neue Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnet und finanziert, wenn sie sich für den digitalen Wandel in der Arbeitswelt fit machen möchten.

Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern können Weiterbildungskosten in voller Höhe von der Bundesagentur für Arbeit erstattet bekommen. Bei einer Betriebsgröße von zehn bis 250 Beschäftigten werden 50 Prozent der Kursgebühren übernommen, bei noch größeren Firmen bis zu 25 Prozent. Darüber hinaus beteiligt sich die Bundesagentur für Arbeit an den Lohnfortzahlungen, die Beschäftigte erhalten, wenn sie eine Weiterbildung machen.

Gefördert werden sollen alle Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer, deren Berufsabschluss mindestens vier Jahre zurückliegt und die nicht innerhalb der letzten vier Jahre an einer mit öffentlichen Mitteln geförderten Weiterbildung teilgenommen haben.

Die Weiterbildung muss mindestens vier Wochen dauern und außerhalb des Unternehmens durchgeführt werden.

Gleichzeitig sinkt im Rahmen des Qualifizierungschancengesetz ab 1. Januar 2019 der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 2,5 Prozent. Ab 2022 steigt er jedoch wieder um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Möglich geworden ist die Senkung des Beitrags durch hohe Rücklagen der BA.

Im Rahmen der Reform soll es außerdem einfacher werden, Arbeitslosengeld I zu beziehen. Mussten Arbeitssuchende vor dem Qualifizierungschancengesetz noch 12 Monate innerhalb der letzten 24 Monate vor Antragstellung in der Arbeitslosenversicherung versichert gewesen sein, reichen nun 10 Monate innerhalb der letzten 36 Monate aus, um einen Anspruch auf ALG I zu haben.

 

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/qualifizieren-fuer-den-digitalen-wandel-1523718

http://blog.wdb-berlin.de/post/2018/10/31/bundesregierung-startet-qualifizierungsoffensive

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