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Neuigkeiten zum Thema berufliche Weiterbildung

Ältere Beschäftigte profitieren von starker betrieblicher Weiterbildung

Ende Juni 2018 erschien der nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2018“, der die Entwicklung des gesamten deutschen Bildungswesens beschreibt – von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Weiterbildung.

Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich der Bildungsstand der Bevölkerung in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat. Unter anderem hält die hohe Studiennachfrage weiterhin mit 511.000 Studienanfänger/innen im Jahr 2017 an. Im Weiterbildungsbereich liegt die Gesamtteilnahmequote insbesondere aufgrund der hohen Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung seit 2012 auf einem konstant hohen Niveau. Jede/r zweite 18- bis 65-Jährige nahm im Jahr 2016 an einem Weiterbildungsangebot teil.

Dabei entfielen drei Viertel aller Teilnahmen auf die betriebliche Weiterbildung. Insbesondere ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (50- bis unter 65-Jährige) profitierten von dieser Entwicklung. Sie nahmen 2016 mit einer Quote von 35 Prozent häufiger an betrieblicher Weiterbildung teil als in der Vergangenheit. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen über Qualifizierungsmaßnahmen gezielt die Beschäftigungsfähigkeit älterer Beschäftigter fördern.

Soziale Ungleichheiten in Bezug auf andere benachteiligte Gruppen bleiben jedoch weiterhin bestehen. So bleiben Erwachsene mit Migrationshintergrund, mit maximal Hauptschulabschluss und ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie Arbeitslose in der Weiterbildung unterrepräsentiert.

Die Autoren des Berichts weisen darauf hin, dass der hohe Anteil an betrieblicher Weiterbildung ebenso in einer kritischen Perspektive zu sehen ist: Die Dominanz betrieblicher Weiterbildung bedeute gleichzeitig eine schwache Institutionalisierung lebenslangen Lernens. Daher seien Weiterbildungsangebote mehr von konjunkturellen Entwicklungen und der Finanzkraft des einzelnen Unternehmens als von individuellen Bedarfen abhängig. Zudem seien die Zugangsmöglichkeiten zur Weiterbildung in hohem Maße an betriebliche Positionen gebunden.

Der seit 2006 alle zwei Jahre erscheinende Bildungsbericht wird von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) auf Basis von amtlichen Statistiken und sozialwissenschaftlichen Studien erstellt. Für das Kapitel „Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter“ war das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) an der Universität Göttingen verantwortlich. Die Erarbeitung wird von der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Bericht kann auf den Webseiten des DIPF kostenfrei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Pressemitteilung des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen

Bericht „Bildung in Deutschland 2018“

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